THC ist im Blut bei gelegentlichem Konsum etwa einen Tag nachweisbar, sein Abbauprodukt im Urin bis etwa 10 Tage, bei Dauerkonsum über 30 Tage. Das sind Richtwerte aus der Suchtmedizin (Praxis Suchtmedizin Schweiz). Für den Führerschein zählt am Steuer das aktive THC im Blutserum mit dem Grenzwert von 3,5 ng/ml (§ 24a Abs. 1a StVG). Für die MPU zählt, ob Sie über Monate drogenfrei waren.
Nachweiszeiten im Überblick
| Material | was gemessen wird | Gelegenheitskonsum | chronischer Konsum |
|---|---|---|---|
| Blut | THC (aktiv) und Abbauprodukte | ca. 1 Tag | einige Tage |
| Urin | THC-COOH (Abbauprodukt) | bis ca. 10 Tage | mehr als 30 Tage |
| Haar | Cannabinoide | Monate, je nach Länge | Monate |
Quelle: Praxis Suchtmedizin Schweiz. Die Werte sind Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
THC im Blut und der Grenzwert
Beim Fahren kommt es auf das aktive THC im Blutserum an. Ab 3,5 ng/ml ist das Fahren eine Ordnungswidrigkeit: 500 Euro, ein Monat Fahrverbot, 2 Punkte beim ersten Mal (Cannabis und Führerschein). Mit Fahrfehlern kann es auch darunter strafbar sein.
Wie lange der Wert über 3,5 ng/ml bleibt, lässt sich nicht verlässlich vorhersagen. Er hängt ab von:
- Menge und THC-Gehalt,
- Konsumform (Rauchen, Verdampfen, Essen),
- Häufigkeit: Bei regelmäßigem Konsum bleiben die Werte deutlich länger erhöht (siehe Tabelle oben),
- Körper und Stoffwechsel.
Online angebotene „THC-Abbau-Rechner“ können das nicht berücksichtigen. Wer Cannabis konsumiert hat, sollte nicht fahren, und schon gar nicht nach Mischkonsum mit Alkohol.
Im Urin: THC-COOH
Im Urin wird vor allem THC-COOH gemessen, ein Abbauprodukt ohne berauschende Wirkung. Suchtests arbeiten in der Regel mit einem Cut-off von 50 ng/ml. Ein positiver Suchtest wird bei Bedarf mit einer genaueren Methode bestätigt. Für die Verlaufskontrolle wird der THC-COOH-Wert auf das Kreatinin bezogen: Ein Anstieg dieses Verhältnisses gilt als Hinweis auf erneuten Konsum (Praxis Suchtmedizin).
Für Menschen, die lange regelmäßig konsumiert haben, heißt das: Die ersten Urinkontrollen können noch Wochen nach dem letzten Konsum positiv sein, auch wenn Sie seitdem nichts genommen haben. Die Suchtmedizin beschreibt, dass chronische Konsumenten länger abstinent sein müssen, bis die Werte unter den Cut-off fallen. Planen Sie das Abstinenzprogramm entsprechend früh.
Haar
Haaranalysen auf Cannabinoide sind möglich, erlauben aber laut Suchtmedizin keine sichere Unterscheidung zwischen aktivem und passivem Kontakt. Für Abstinenzkontrollen sind deshalb Urinkontrollen üblich. Die BASt empfiehlt, vor einer MPU zu klären, ob eine Haaranalyse im eigenen Fall überhaupt aussagekräftig ist (Haaranalyse).
Was das für die MPU heißt
- Abstinenzbeleg: Bei einer MPU wegen Cannabis wird in der Regel ein Drogenverzicht verlangt, nach BASt bei gewohnheitsmäßigem Konsum mindestens 6 Monate, bei fortgeschrittener Problematik mehr als ein Jahr, belegt mit forensischen Kontrollen (Abstinenznachweis).
- Untersuchungstag: Bei Drogenfragen gehört immer ein Urin-Screening dazu (BASt-Broschüre).
- Passivkontakt: Labore raten, im Kontrollzeitraum Orte zu meiden, an denen Passivkontakt möglich ist.
- Hanfprodukte: Geben Sie Lebensmittel oder Produkte mit Hanf bei der Probennahme an.
Quellen
- Praxis Suchtmedizin Schweiz: Nachweisbarkeit von Cannabis
- § 24a StVG, abgerufen am 28.10.2026
- Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen: Informationen zur MPU, August 2025
- MVZ Labor Limbach Dresden: Merkblatt Haaranalyse (PDF)
Diese Richtwerte sind keine Grundlage für die Entscheidung, ob Sie fahren dürfen. Bei Fragen zum eigenen Konsum helfen Drogen- und Suchtberatungsstellen vertraulich und kostenlos.



